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HABICHTSWALDKLINIK
Die integrative
Onkologie vereint universitäre Medizin, Unser Informationsservice zum Thema:
Palliativmedizin
Eine der größten Ängste der Patienten, denen die Diagnose Krebs mitgeteilt wird, ist die Angst vor dem letzten Lebensabschnitt, vor dem Sterben, von dem wir zwar wissen, dass keiner ihm entgehen kann, das jedoch mit dieser Diagnose plötzlich bedrohliche Realität wird. Palliativmedizin: zwei Bedeutungen In der Onkologie hat palliativ eine besondere, leider jedoch zweigeteilte Bedeutung: Palliative tumorgerichtete Therapie, z. B. palliative Chemotherapie oder Bestrahlung heißt, dass eine zielgerichtete gegen den Tumor gewandte Therapie bei einer Erkrankung eingesetzt wird, die letztendlich nicht mehr vollständig zu heilen ist. Dies bedeutet jedoch keinesfalls, dass dieser Abschnitt einer Therapie mit Leiden und Siechtum einhergehen muss. Moderne Möglichkeiten der onkologischen Therapie bedeuten, dass wir einen Patienten in einer palliativen Situation zum Teil über viele Jahre und bei guter Lebensqualität begleiten können. Die Palliativmedizin beschäftigt sich dagegen mit der letzten Lebensphase eines Menschen. Es steht weniger die gegen den Tumor gerichtete Therapie, sondern vielmehr die Linderung von Symptomen und die Ermöglichung eines würdevollen Sterbens im Vordergrund. Palliativmedizin: Aufgaben Aufgaben der Palliativmedizin sind die Linderung von Schmerzen, Luftnot, Übelkeit und Erbrechen, das Stillen von Hunger und Durst. Ebenso wichtig ist das Vermitteln von Geborgenheit und Zuverlässigkeit. Eine scheinbar hoffnungslose Situation kann durchaus mit Hoffnung gefüllt werden, nämlich mit der Hoffnung, dass auch im Sterben liegende Menschen nicht allein sind. Angehörige und enge Freunde, Laienhelfer wie z. B. in der Hospizbewegung und professionelle Helfer wie Schwestern, Ärzte, Psychologen und Seelsorger können den schwer Kranken begleiten. Wir halten es für wichtig, die Bedingungen zu schaffen, um eine Bilanz des eigenen Lebens zu ziehen, zu spüren, dass vieles gut und richtig war und dass dadurch der Abschied erleichtert wird. Würdevolles Sterben gibt auch den Angehörigen die Möglichkeit zum Abschiednehmen. Dabei sind die zeitlichen Räume unterschiedlich bemessen, die dem einzelnen und dem ihn umgebenden Kreis gegeben sind. Die meisten Menschen wünschen sich, zu Hause in der eigenen Wohnung zu sterben, manchmal ist dies jedoch wegen starker Beschwerden oder nicht möglicher Versorgung durch Angehörige nicht durchführbar. In diesen Fällen stehen an vielen Orten in Deutschland mittlerweile Hospize zur Verfügung. Die ebenfalls zunehmend geschaffenen Palliativstationen haben dagegen den Auftrag, während eines sehr kurzen Aufenthaltes gezielt meist medikamentös Beschwerden wie z. B. Schmerzen zu lindern und dann die Entlassung nach Hause oder in ein Hospiz zu ermöglichen. Palliativmedizin in der Habichtswald-Klinik Die Habichtswald-Klinik in Kassel begleitet seit Jahren Patienten palliativ. Dabei haben wir keine abgeschlossene Palliativstation, sondern stellen uns immer den Wünschen des einzelnen Patienten und seiner Angehörigen. Manche Patienten bleiben auch längere Zeit wie in einem Hospiz und werden von ihren Angehörigen begleitet. Während Palliativstation und Hospiz immer abgegrenzte Einrichtungen sind, führen wir die Betreuung von Palliativpatienten auf einer offenen Station durch. Dies ist eine Herausforderung nicht nur für die dort arbeitenden Mitarbeiter, sondern auch für die Patienten, und zwar sowohl die Palliativpatienten als auch die anderen. Unsere Erfahrungen zeigen jedoch, dass, wenn die Begegnung nicht erzwungen wird wie in manchen Krankenhäusern, sondern freiwillig und in gegenseitigem Geben und Nehmen erfolgt, für beide, die Gesünderen wie für die Kränkeren, aber auch für beider Angehörige ein ganz wichtiger Austausch entstehen kann. Palliativmedizin: Betreuung in der Habichtswald-Klinik Die Betreuung von Palliativpatienten erfolgt in enger Zusammenarbeit von Arzt und Pflegekräften unter regelmäßiger Einbeziehung von Psychotherapeuten, wobei neben der Gesprächstherapie auch das Angebot besteht, sich im Malen auszudrücken durch die Teilnahme am Ausdrucksmalen. Durch die Einbeziehung von Krankengymnastik, Massagen und Reflextherapien entstehen weitere Möglichkeiten, Beschwerden zu lindern und das Gefühl des Betreutseins zu vermitteln. Bei den gerade in dieser Situation so wichtigen Gesprächen mit dem Patienten und seinen Angehörigen sind Wahrheit und Aufrichtigkeit wesentlich, immer in der Rücksichtnahme darauf, was der Einzelne an Gedanken ertragen will und kann. Wahrheit entwickelt sich aus wachsender Information im Laufe der Erkrankung, sie bedeutet aber auch die Unsicherheit von Prognosen verstehen zu lernen und zu akzeptieren. Es ist uns wichtig, Zeit zu haben, dies sowohl im einzelnen Kontakt als auch in der Dauer des Aufenthaltes, die vielfach von unseren Patienten selbst bestimmt werden kann, wenn sie nicht durch die Krankheit begrenzt wird.
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